Software

Programme und die zugehörigen Daten

Nahezu täglich arbeiten wir mit einer Vielzahl von Software bzw. benutzen unterschiedliche Dienste und Programme, die unser Leben bereichern können. Sicherlich haben Sie sich auch schon darüber gewundert, dass heutzutage Software oder Applikationen im Regelfall „kostenlos“ angeboten werden. Nicht verwundern vermag daher der Umstand, dass die Programme sodann auf datengetriebenen Geschäftsmodellen basieren, die Sie bzw. genauer gesagt Ihre Nutzerdaten als Produkt verkaufen bzw. vermarkten. Da beliebte Smartphone-Apps wie z.B. Whatsapp und Spotify proprietäre Software sind, also solche bei denen (anders als bei Open Source) der Quellcode nicht eingesehen werden kann, ist es schwer transparent nachzuvollziehen, welche persönlichen Daten an welche Konzerne im Hintergrund über uns übertragen werden. Solche Ansätze zerstören das dezentrale freie Internet. Denken wir deshalb in Lösungen.

Denken in Lösungen statt Problemen

Natürlich wollen wir nicht meckern, sondern Ihnen zeigen, welche (Open Source) Software Ihr Leben bereichern und dennoch guten Gewissens verwendet werden kann. Denn die einzige Möglichkeit den Datenkraken zu entfliehen, ist es freie Alternativen zu populären Internetdiensten zu nutzen. Diese gibt es und viele – wenn auch ehrlicherweise (noch) nicht alle – ersetzen restlos die Bedürfnisse des Durchschnittsnutzers in der modernen Welt. Deshalb stelle ich eine kleine Auswahl an empfehlenswerter Software vor. Da diese zumeist von “Hobby-Entwicklern” programmiert und ebenfalls kostenlos bereitgestellt werden, freuen sich die Macher bestimmt über (regelmäßige) Spenden für Ihre gesellschaftlich wertvolle Arbeit.

Datenvermeidung und Datensparsamkeit

Bevor Sie sich jetzt daran machen, die empfohlene Software zu testen, empfehle ich Ihnen, sich einen Überblick über Ihre eigenen Bedürfnisse zu verschaffen. Denn der beste Schutz vor massenhafter Datensammlung ist noch immer der Ansatz der Datenvermeidung und Datensparsamkeit. Schalten Sie daher stets auch ihren Kopf ein! Nutzen Sie nur solche Dienste, die Sie wirklich brauchen und greifen Sie zum Schutz Ihrer persönlichen Daten bevorzugt auf vorhandene Webversionen (z.B. Internetseite) der jeweiligen Dienste zu. Bittere Realität ist es, dass installierte Apps regelmäßig mit Werbe- und Analyse-Modullen ausgestattet sind, die wir vermeiden wollen.

Software für PC / Laptop / Notebook

Linux statt Microsoft Windows & Apple macOS

Zur technischen Grundausstattung im Alltagsleben gehört heutzutage ein PC (Personal Computer), Laptop oder Notebook. Dies gilt über alle Alters- und Berufsgruppen hinweg, betrifft also Arbeitnehmer, Selbständige, Schüler, Studenten und Rentner gleichermaßen.

Besucht man vor Ort den Elektronikhändler des Vertrauens oder surft eine Vielzahl von Online-Händlern an, wird man feststellen, dass dort Hardware mit den Betriebssystemen von Microsoft (Windows) und Apple (macOS) beim Warenangebot und Verkaufszahlen dominiert.

Die Geschäftspraktiken und – modelle dieser datengetriebenen Unternehmen treffen auf das Datenschutz-Bedürfnis bei Unternehmens- und Privatkunden. Ein Spagat, der in der Praxis kaum gelingt. Unternehmen und Privatpersonen, die im hohen Maße auf Datenschutz und Unabhängigkeit setzen wollen, sei daher der Kauf von Hardware zu empfehlen, die zu Linux-Distributionen kompatibel ist (bzw. es diesen das Leben nicht unnötig schwer macht). Bei vorhandenem Wissen kann das eigene Geräte eigenständig mit Linux bestückt werden. Vor dem Kauf der Hardware sollten Überlegungen angestellt werden, ob der Hersteller von PC, Laptop oder Notebook solche Software-Modifikationen überhaupt „angenehm“ ermöglicht.

Für Einsteiger eignen sich z.B. folgende Linux-Distributionen:

Fortgeschrittene testen bzw. nutzen das Feld an Linux-Distributionen.

(!) Hinweis: Ubuntu hat seit 2012 einige aus Datenschutz-Sicht fragliche Entscheidungen getroffen und fokussiert sich neuerdings auf Finanzdienstleistungen. Ich kann es nicht vorbehaltslos empfehlen.

Ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Linux entgegen der landläufigen Meinung heutzutage kein schlichtes „Frickel-System“ mehr ist, zeigt Tuxedo Computers auf, deren Geräte ich testen durfte.

Tuxedo_Logo

Tuxedo Computers bietet leistungsstarke Linux Computer / PCs und Linux Notebooks an, die sich an Business-und Privatkunden wenden. Beim Test konnte ich mich von der Qualität überzeugen: Arbeiten mit Linux ist möglich!

Mir ist bewusst, dass einige (proprietäre) Programme nur auf Windows bzw. macOS laufen. Wenn Sie auf diese nicht verzichten können und kein Open Source Pendant finden, dann empfehle ich Ihnen eine Lösung über Dual-Boot, also die parallele Installation einer Linux-Distribution und eines proprietären Betriebssystems.

Information: Persönlich setze ich gerne Debian ein. Mit Linux Mint, Ubuntu und proprietären Betriebssystemen wird experimentiert.

Browser: Das Fenster zum Internet

Nachdem Sie sich für geeignete Hardware entschieden haben und eine an Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Linux-Distribution (parallel) installiert haben, sollten Sie sich Gedanken über die Wahl ihres Internet-Browsers machen.

Schließlich vertrauen Sie ihrem Browser den Suchverlauf an und geben damit viele persönliche Daten preis. Wem Vertrauen Sie?

In der Praxis schenken die Nutzer v.a. Google (bzw. Alphabet), Apple, Microsoft ihr Vertrauen, indem Sie sich beim Browser für Chrome, Safari oder Internet Explorer / Edge entscheiden. Andere wiederum schwören auf den Browser Mozilla Firefox der Mozilla Foundation.

Bei Apple-Nutzern (macOS), die Ihrer Marke zumeist treu sind, fällt auf, dass regelmäßig der mitgelieferte Safari-Browser verwendet wird.

Dagegen tendieren Windows-Nutzern dazu, den mitgelieferten Internet Explorer bzw. Microsoft Edge nur zu benutzen, um sich anschließend Google-Chrome oder andere Browser auf Chromium-Basis zu installieren. Privatsphäre und Open Source orientiere Nutzer tendieren zu Mozilla Firefox. Interessanter Spiegel der Gesellschaft.

Meiner Meinung nach ist Google Chrome nicht die beste Wahl. Dies lässt sich im Hinblick auf Datenschutzbedenken zahlreich untermauern. An anderer Stelle dazu mehr. Ich empfehle für den “Normal-Nutzer” einen “gehärteten” Mozilla Firefox-Browser und für besonders schützenswerte Personen den Tor Browser.

Wichtiger Hinweis:

Für effektiven Datenschutz müssen Sie am Browser Mozilla Firefox nach dem Download noch einige Anpassungen vornehmen, da die Entwickler zum Unmut der Nutzerbasis (immer mehr) Funktionen eingebaut haben, die dem Datenschutz nicht zuträglich sind.

Beachten Sie auch, dass der Tor-Browser keine 100%ige Anonymität verspricht! Wer dort personenbezogene Daten eingibt, macht sich “digital nackig” und hat im Ergebnis das Gegenteil von Datenschutz.

Alles für Home-Office & Büro: Produktivität

Office

Office Aufgaben, wie Textverarbeitung, Erstellung von Tabellen, Präsentationen und Zeichnungen, setzen nicht zwingend die Nutzung proprietärer Software wie Microsoft Office oder Google Docs, Sheets, Slides und Forms voraus. Es gibt zahlreiche kostenlose Open Source Office-Programme, die auch ohne Anmeldung bzw. Account bei den IT-Konzernen Microsoft, Google oder Apple nutzbar sind und die sich in ihrem Leistungsumfang keineswegs zu verstecken brauchen.

(!) Hinweis: Apache OpenOffice [Spenden] war die erste freie offene Alternative zu Microsoft Office, kommt aber in der Entwicklung kaum noch voran, sodass Sie stattdessen auf LibreOffice setzen sollten.

Projektmanagement

Mit Project Libre können Sie Ihre Projekte kostenlos planen und steuern. Zudem gibt es auch eine kostenpflichtige Cloudversion.

Passwort-Manager:

Nutzt man mehrere Dienste, die ein Passwort verlangen, muss man sich zwangsläufig Gedanken über ein sicheres Passwort-Management machen, sofern man nicht das selbe Passwort bei den Diensten nutzt.

Hinweis: Man sollte nur lokale Passwort-Manager nutzen und nicht solche, die Passwörter in der Cloud – also auf fremden Rechnern – speichern. Nutzen Sie zudem auch ein sicheres Master-Passwort.

Warnung: Es wird von der Nutzung von KeePass abgeraten. Das Progamm wird seit 5 Jahren nicht mehr gepflegt und gilt als unsicher.

To-Do-Manager:

Mit einem To-Do-Manager können Sie Ihren Tagesablauf organisieren.

PDF-Viewer:

Nicht selten bekommt man Dokumente im PDF-Format zugeschickt. Diese können auch ohne die Verwendung des proprietären Adobe Acrobat Reader gelesen / genutzt werden. In Betracht kommen z.B:

RSS-Reader:

Um stets mit aktuellen Nachrichten versorgt zu werden, kann man seine Lieblings-Blogs mit RSS-Readern verfolgen. Dafür braucht es weder Facebook noch anderer Algorithmus-getriebene News-Aggregatoren, die sich durch Werbung und Tracking auszeichnen.

Empfehlung: Es lohnt sich den RSS-Feed von “Mr. Datenschutz” (RSS: Website / Mastodon) zu ihrem RSS-Reader hinzuzufügen.

Podcast-Player:

Sicherheit / Backup / IT

Verschlüsselung:

Backups:

Wer kennt es nicht? Man vergisst das Thema Backup und sorgt sich im Nachhinein um wichtige Daten auf dem Arbeitsgerät. Das muss nicht sein. Nutzen Sie hierfür ein Programm, welches regelmäßig Backup erstellt.

Virtualisierung:

USB-Iso-Images:

Android Apps on Linux:

FTP (File Transfer Protocol):

Medien:

Bildbearbeitung:

An alle Kreativen: Schauen Sie bei meinem Designer vorbei und lassen sich von seinem kreativen Schaffen inspirieren. Derzeit nur auf Instagram (Achtung: Instagram gehört zu Facebook. Nur mit Sicherheitsmaßnahmen besuchen!), hoffentlich bald auf Pixelfed.

Videoschnitt:

Hinweis: Von OpenShot wird abgeraten, da Daten an Google gehen.

Videoplayer:

Audioaufnahmen:

Fotografie:

Bildschirmfotos / -videos:

3D-Animation:

3D-Druck / Printing:

Kommunikation:

VOIP

E-Mail Clients:

Messenger-Clients:

Studium:

ebook Reader:

Vokabeln/Karteikarten:

Programmierung:

Editor:

Phyton:

Java:

Code-Vergleichen

Gaming on Linux:

Hinweis: Wer sich für Gaming auf Linux interessiert, findet auf der Internetseite Holarse-Linuxgaming einen sehr guten Überblick 

Plattformen:

Games:

Software für mobil (Smartphone / Tablet)

Kauft man ein Smartphone oder Tablet empfiehlt es sich, zuvor ein alternatives Android-Betriebssystem zu flashen. Wie das genau abläuft, könnt Ihr z.B. im Kuketz-Blog nachlesen.

Wichtig: Deshalb muss man bereits beim Kauf der eigenen Hardware Überlegungen anstellen, ob der Hersteller dies überhaupt ermöglicht.

App-Store

  • F-Droid: App-Store für Open-Source-Apps
  • Aurora: App-Store für Play-Store-Apps ohne Google Account
  • Yalp: App-Store für Play-Store-Apps ohne Google Account

Hinweis: Die rechtliche Einordnung von Aurora und Yalp wird teilweise als kritisch angesehen. Wir sind der Meinung, dass der Download ansonsten kostenloser Apps über diese Dienste legal ist, anders hingegen bei Bezahl-Apps. Vergewissern sie sich dennoch über die Rechtslage in Ihrem Land.

Browser

Kommunikation:

E-Mail Clients

SMS (short message service)

Messenger Clients:

VOIP:

Medien

eBook-Reader:

RSS-Reader:

Empfehlung: Es lohnt sich den RSS-Feed von “Mr. Datenschutz” (RSS: Website / Mastodon) zu eurem RSS-Reader hinzuzufügen 

Audio-/ Video-Player:

Podcasts:

Video-Streaming:

Audio-Streaming:

Fotographie:

Kamera:

Galerie:

Foto-Bearbeitung:

Ist bereits in LineageOS integriert. Kennen Sie selbst gute FDroid-Apps?

Office

PDF-Viewer:

Passwort-Manager:

To-Do-Manager

Aufgaben-Organisator:

File-Manager:

Kalender:

Banking & Finanzen:

Banking

WARNUNG: Es gibt keine empfehlenswerte Banking-App. Nutzen Sie Ihr Smartphone oder Tablet nicht für Finanzgeschäfte. Die Sicherheit Ihrer Finanzdaten kann nicht gewährleistet werden. Es handelt sich um proprietäre Programme, die nicht auf gerooteten Geräten laufen und zudem meist mit Trackern verseucht sind.

Finanzmanagement:

Wollen Sie Ihre Ausgaben stets im Blick haben und sind kein Fan von Papierkram?

Mit Tricky Tripper [Download] [Spenden] behalten Sie die Reisekosten im Blick und können bezahlte Rechnungen unter Freunden, Verwandten oder Bekannten verrechnen. Urlaub für die Datenkraken! Mit Meine Ausgaben [Download] [Spenden] wiederum können Sie Ihr Haushaltsbudget planen.

Wie Sie sehen brauchen Sie für Ihre Finanzen keine trackende App und schon gar nicht den “datenspendablen” mit App-Tracking versehenen Finanzdienst PayPal.

Studium:

Sicherheit / Backup / IT

Keyboard:

Backups:

Akku:

Firewall:

Hinweis: Installieren Sie entweder AFWall+ oder NetGuard.

Tracking-Blocker:

VPN (virtual private network)

In der öffentlichen Meinung steht VPN sinnbildlich für Anonymität, Schutz und Sicherheit. Parallel dazu Werbslogans der VPN-Anbieter (NordVPN:“Schütze dich im Internet vor Hackern und Überwachung”). Fallen Sie nicht auf solche Werbeversprechen rein. Setzen Sie sich mit diesen kritisch auseinander. Oft macht ein VPN gar keinen Sinn. Anders wenn Sie öfters in öffentlichen WLAN-Netzwerken unterwegs sind oder Seiten ansteuern, deren Inhalte in Ihrem Land gesperrt sind.

Beispiel gefällig? Gehen Sie auf Gutenberg.org. Was sehen Sie? Sofern Sie mit deutscher IP-Adresse unterwegs sind, erscheint die Meldung “An error occurred”. Versuchen Sie es nun mit der IP-Adresse eines anderen Landes. Was sehen Sie? Es öffnet sich die Welt zur kostenlosen klassischen Literatur. Sie sehen beim “Project Gutenberg” über 36.000 freie Ebooks. Dunkle Copyright-Magie? Nein, die Seite hat schlicht einen Urheberrechtsstreit gegen den Fischer Verlag verloren und sperrt nun deutsche IP-Adressen aus.

In solchen Szenarien kann sich ein VPN lohnen. Verwenden Sie z.B:

Unterwegs: Leben außerhalb der vier Wände

Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel: Bus- & Bahnverbindungen

Nicht jeder hat ein eigenes Auto. Vielleicht setzen Sie auch trotz bestehenden Kraftfahrzeuges auf öffentliche Verkehrsmittel. Die Umwelt wird es Ihnen danken. Auch ohne “DB Navigator” oder anderen Apps mit Tracking und Werbung finden Sie Ihr Ziel. Denn nicht jeder muss wissen, wann Sie welche Verbindung für sich in Anspruch nehmen. Hierfür gibt es hilfreiche Open Source Apps.

Ich empfehle für diesen Use-Case folgende Open Source Apps:

Wetter, Wettervorhersage & Wetterbericht

Plant man mit der Familie oder alleine einen Ausflug unternehmen oder verreisen, hofft man auf gutes Wetter. Vielen Menschen reicht es heutzutage nicht mehr, aus dem Fenster zu blicken und das Wetter intuitiv zu verspüren. Sie nutzen also Wetter-Apps.

Leider sind die meisten dieser Smartphone-Apps, die das Wetter vorhersagen sollen, mit einer Vielzahl von Werbe- und Tracking-Moduellen durchsetzt. Man könnte daher von “Tracking-Netzwerken mit Wetter-Funktion“ sprechen. Gut, dass es Open Source Apps gibt, die uns mit Datenschutz nicht im Regen stehen lassen:

Hinweis: Erwähnt sei noch die WarnWetterApp des deutschen Wetterdienstes (DWD), einer Bundesbehörde. Diese wird von Berufskollegen (Mobilsicher.de) gelobt. Beachtet, dass der volle Funktionsumfang einen kostenpflichtigen In-App-Kauf voraussetzt. Zudem ist die App proprietär (keine Open Source Software).

Haben Ihnen diese Empfehlungen geholfen?

Wenn Sie weitere Anregungen haben, schreiben Sie mir einen Kommentar unter diesem Beitrag, kontaktieren mich hier oder unterstützen mich beim Einsatz für Datenschutz und Freiheit.

LG Mr. Datenschutz – die Adresse für Datenschutz und Freiheit

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