Online-Marktplätze: Fluch oder Segen?

Das Online-Shopping boomt und hat durch die Lockdowns an Fahrt aufgenommen. Größter Profiteur dieser Entwicklung ist das Unternehmen Amazon. Schließlich handelt es sich bei „Amazon.de“ um den umsatzstärksten Online-Shop in Deutschland. Allgemein tendieren Verbraucher dazu, verstärkt auf Online-Marktplätze zu setzen. Das sind Online-Shops, die nicht nur eigene Produkte verkaufen, sondern auch Waren von Drittanbietern ins Angebot aufnehmen. Beispiele hierfür sind u.a. die Marktplätze von eBay, Zalando, OTTO und Alibaba.

Was sind die Vorteile von Online-Marktplätzen?

Aus Sicht der Kunden haben Online-Marktplätze den Vorteil, dass Sie nur bei einem bzw. wenigen Anbietern ein Nutzerkonto (Account) erstellen müssen. Diese Bequemlichkeit darf nicht unterschätzt werden. Schließlich müssen Nutzer sich nur ein Passwort merken und nur einmal die Zahlungsdetails angeben. Gleichsam treffen Sie auf ein großes Angebot an Waren. Unternehmen wiederum erhalten über die Mittelsmänner Amazon, eBay und Co. Zugang zu einer großen Zahl an potentiellen Käufern. Marktplätze verdienen wiederum an den Provisionen.

Was sind die Nachteile von Online-Marktplätzen?

Demgegenüber müssen die Händler diesen Zugang zu Marktplätzen mit erheblichen Gebühren vergüten. Das Geld wird sich somit an anderer Stelle geholt. In anderen Worten: Die Preise auf Marktplätzen sind oft höher als auf der eigenen Webseite. Diesen Preis bezahlen die Nutzer. Als Beifang profitieren die Marktplätze von immer präziseren Nutzerprofilen und haben einen besseren Überblick über den Markt. Dies verstärkt den Lock-In-Effekt für Nutzer. Weiterhin lassen sich umsatzstarke Produkte auf diese Weise erkennen und nachahmen (z.B. Amazon Basic). Über die eigenen Algorithmen werden dann Partner aus dem eigenen Markt verdrängt. Der Mittelsmann wird zum Händler. Umso erstaunlicher finde ich, dass auf den Marktplätzen Produkte teilweise günstiger angeboten werden als in den eigenen Online-Shops der Händler.

Was sind die Schlussfolgerungen?

Ich möchte das Marktplatz-Modell nicht schlecht reden. Gleichsam empfehle ich Händlern einen eigenen Web-Shop aufzubauen und die Nutzer mit günstigeren Preisen und z.B. Rabatten zum Einkauf zu bewegen. Gute Beispiele hierfür sind Adidas.de und Nike.de (gemeint ist nicht der Datenschutz auf den Webseiten). Dies fördert den Wettbewerb und reduziert die Marktmacht von dazwischengeschalteten Marktplätzen. Auf der anderen Seite sollten viele Unternehmen an einem nutzerfreundlichen Kundenservice arbeiten. Denn nicht nur der Preis, sondern vor allem der Service lässt die Nutzer an den Marktplätzen kleben. Wer als Händler seine Ressourcen in einen eigenen Online-Shop investiert, gewinnt langfristig Autonomie und profitiert von höheren Gewinnmargen und besserer Kundenbindung. Online-Shopping ist nicht nur Amazon und Co.


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LG Mr. Datenschutz – die Adresse für Datenschutz und Freiheit

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