(Kein) Datenschutz bei Essens-Bestellungen? · Lieferando

Lieferando ist Sponsor der EURO2020 und daher auch in der medialen Aufmerksamkeit. Politisch wird oft über die Bezahlung und Behandlung der Fahrer debattiert. Insbesondere zu Zeiten des Lockdowns als alle Restaurants geschlossen waren, hat das Unternehmen seine Umsätze ausbauen können. Restaurant-Betreiber die frühzeitig auf eigene Infrastruktur (Webseite, Lieferdienst, etc.) gesetzt haben, konnten auch ohne den Dienst Lieferando ihre Geschäfte fortführen. Die Mehrzahl der Restaurants hat aber das digitale Zeitalter verschlafen, sodass Sie wirtschaftlich gezwungen waren, auf den Partner Lieferando zu setzen. Hass-Liebe.

Wie bestellt man bei Lieferando?

Die Bestellung bei Lieferando ist schnell erklärt. Der Nutzer geht entweder auf die Webseite von Lieferando oder lädt sich die App herunter. Anschließend gibt man seine Adresse ein und wählt ein passendes Restaurant in der Nähe und das gewünschte Essen aus. Nach der Bezahlung wird das Essen zubereitet und sodann im Zeitfenster von etwa 30 Minuten bis zwei Stunde geliefert.

Warum setzten Restaurants auf Lieferando?

Restaurants setzen auf Lieferando, um ihre Umsätze zu steigern. Wer im Internet nach „Essen bestellen“ sucht, wird in den ersten Suchergebnissen zumeist Ergebnisse von Lieferando finden. Das Unternehmen hat es geschafft mit einer cleveren SEO-Strategie und einem entsprechenden Marketing-Budget sich in die Top-Plätze der Suche zu katapultieren. Wer als Restaurant nicht bei Lieferando zu finden ist, verzichtet somit auf viele potentielle Kunden, die bequem sind. Daher nehmen die Restaurants auch eine Provision von 13% des Bestellwertes bzw. von 30%, sofern Lieferando selbst ausliefert in Kauf. Umsätze werden zulasten der Gewinne generiert. Gleichsam gibt es für Restaurants bei der Registrierung einige Fallstricken. Interessant ist der Erfahrungsbericht eines Gastronomen (YouTube). Im Zeiten des Lockdowns war die Beziehung zu Lieferando daher eine Hass-Liebe für Restaurants. Lieferando ist Partner und Konkurrent.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Beim Datenschutz muss Lieferando an vielen Stellen nachbessern. Auf der Webseite laufen viele Tracker, die in der Datenschutzerklärung nicht erwähnt werden. Ähnliches gilt für die App. Auch die Lieferando-Fahrer werden systematisch überwacht. Diesbezüglich droht dem Unternehmen ein Bußgeld in Millionenhöhe. Die DSGVO sieht Strafen von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Zumindest kann man bei Lieferando bar bezahlen, wenn geliefert wird.

Welche Konsequenzen ziehen Restaurants und Nutzer?

Das Unternehmen Just Eat Takeaway hat es in Deutschland mit seinem Angebot Lieferando geschafft, die Nutzer an die bequeme Online-Bestellung von Essen zu gewöhnen. Restaurants können dies als Chance sehen, ihre Umsätze zu steigern. Gleichsam sollte dies aber auch ein Warnschuss sein, das digitale Zeitalter nicht zu verpassen. Wer digital noch nicht Fuß gefasst hat, muss sich zwangsläufig in Abhängigkeiten begeben und die Kosten dafür tragen. Essens-Anbieter die frühzeitig ihre eigenen Online-Angebote aufgezogen haben und in eigene Liefer-Infrastruktur investiert haben, profitieren langfristig. Nutzer wiederum sollten ihre eigene Bequemlichkeit überdenken. Natürlich ist es komfortabel bei Lieferando Essen zu bestellen. Wer seine Lieblings-Restaurants aber direkt unterstützen will, bestellt z.B. per Telefon. Das ist nicht kompliziert und datenschutzfreundlicher. Bequemlichkeit hat seinen Preis: Entweder werden Gewinne und Daten (mit Lieferando) geteilt oder bleiben lokal. Die Wahl liegt beim Nutzer.


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LG Mr. Datenschutz – die Adresse für Datenschutz und Freiheit

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