Alternative zu Google? · DuckDuckGo Datenschutz

DuckDuckGo wirbt gerne mit Datenschutz und buhlt bewusst um die Gunst der suchfreudigen Internetnutzer. Eingebrannt hat sich bei mir der Streit zwischen Google und DuckDuckGo, um die Domain „duck.com“. Google als Eigentümer dieser Domain – ein Schelm, wer Böses dabei denkt – einigte sich dabei mit DuckDuckGo über den Transfer der Domain, sodass Nutzer nunmehr bei der suchenden Ente landen. Doch ist DuckDuckGo nur eine datenschutztechnische Zeitungsente (Falschmeldung in Zeitungen) oder eine datenschutzfreundliche Alternative zur Google-Suche? Finden wir es heraus. Welche Argumente sprechen für und gegen den Einsatz der Suchmaschine?

Was ist DuckDuckGo?

DuckDuckGo Datenschutz

DuckDuckGo, ist eine Suchmaschine (https://duckduckgo.com/ · http://duck.com/), die von der Duck Duck Go Inc. betrieben wird und auch über das Tor-Netzwerk erreichbar ist. Das Unternehmen bietet zudem den DuckDuckGo Privacy Browser (F-Droid) an. Als selbstbeworbene „Suchmaschine, die Sie nicht verfolgt“ wächst der Traffic der Suchanfragen kontinuierlich. Ist dieser Ruf berechtigt?

Das Datenschutz-Versprechen der Ente „Duck“

Besucht man die Startseite duckduckgo.com, wird direkt mit dem Datenschutz geworben:

Wir speichern Deine persönlichen Daten nicht. Niemals. Unsere Datenschutzerklärung ist einfach: Wir sammeln oder teilen keine deiner persönlicher Daten.
https://duckduckgo.com/

Auch die englische Fassung der Datenschutzerklärung klingt erst einmal vielversprechend:

We don’t collect or share personal information.
That’s our privacy policy in a nutshell.
https://duckduckgo.com/privacy

In den Ohren von Datenschützern hört sich die Werbeaussage „eine Suchmaschine, die auf das Sammeln, Teilen und Vermarkten von Nutzerdaten verzichtet“ auf jeden Fall wohlklingend an.

DuckDuckGo · Vorteile · Nutzerperspektive

Diesem Versprechen vertrauen viele Menschen. Ich habe in meinem Umfeld nach „DuckDuckGo“ gefragt. Vielen war diese Marke ein Begriff und wurde als „datenschutzfreundliche Suchmaschine“ verortet. Einige meiner Freunde und Bekannten nutzen die Suchmaschine standardmäßig und sind zufrieden mit den Such-Ergebnissen.

Dies zeigt gleichzeitig das Dilemma der Suchmaschinen: Aus Sicht der Nutzer ist eine Suchmaschine nur so gut, wie der dahinterstehende Algorithmus. Das ist der Grund, weshalb viele trotz erheblicher Datenschutzbedenken der Suchmaschine Google treu bleiben. Mit jeder Suchanfrage lernt der Algorithmus hinzu, versteht Zusammenhänge und weiß, wonach welche Nutzer wann suchen. Hier ist der Platzhirsch mit ca. 5, 5 Milliarden Suchanfragen pro Tag (2021) gegenüber dem Konkurrenten mit ca. 100 Millionen Suchanfragen pro Tag (2021) klar im Vorteil. Gleichsam liefert DuckDuckGo passable Ergebnisse. In meinem Testzeitraum von einigen Wochen habe ich bei der Suchmaschine „duck.com“ auf Anhieb alles gefunden, wonach ich gesucht habe. Im Hinblick auf Kurzbefehle und Bilder-Suche sehe ich DuckDuckGo im Vorteil.

Jede Suche bei Alternativen von Google reduziert zudem das Macht-Gefälle des IT-Giganten. Für den Normal-Verbraucher ist die Ente zu empfehlen. Diese Einschätzung erfolgt aus Gründen der Usability und auch mit Blick auf bestehende Marktverhältnisse im Suchmaschinen-Markt.

DuckDuckGo · Probleme · Schwächen · Kritik

Im Hinblick auf den Datenschutz gilt diese Einschätzung unter Vorbehalt und nur mit Einschränkungen. Hier zeichnen sich kritikwürdige Schwachpunkte bzw. Probleme auf.

Standort des Unternehmenssitzes

Problematisch ist aus Datenschutz-Sicht der Hauptsitz des Unternehmens. Dieser ist in Pennsylvania (190 Country Lane Phoenixville, PA 19460 United States). Damit gilt für diese Suchmaschine auch amerikanisches Recht, wie z.B. der Patriot Act. Die Vergangenheit hat uns diesbezüglich gelehrt: Zusammenarbeit mit Behörden oder Shutdown.

Hosting bei Amazon Webservices

Zudem betreibt DuckDuckGo seinen Dienst auf Amazon-Servern (Amazon Web Services · AWS). Amazon als US-Unternehmen unterliegt ebenfalls amerikanischem Recht und arbeitet zudem (nicht nur) als Cloud-Dienstleister der CIA intensiv mit den US-Behörden zusammen.

Gründer Gabriel Weinberg · Soziales Netzwerk „Database

Weiterhin hat der Duck-DuckGo-Gründer Gabriel Weinberg im Jahr 2003 das soziale Netzwerk „Names Database“ gegründet und die Plattform samt der gesammelten Nutzerdaten für ca. 10 Millionen US-Dollar an Classmates.com verkauft. In anderen Worten: Geld durch Nutzerdaten.

Fazit · DuckDuckGo · Datenschutz

Ist DuckDuckGo also eine datenschutzfreundliche Alternative zur Google-Suche? Treffend zusammengefasst dazu die Überschrift eines Zeit.de-Artikels: „Irrglaube von der NSA-sicheren Suchmaschine.“ Versteht mich nicht falsch: DuckDuckGo ist eine wunderbare Suchmaschine und ich freue mich, dass die Suchanfragen steigen. Die Nutzung ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Marktmacht von Google im Suchmaschinen-Bereich aufzubrechen. Mit Blick auf den Datenschutz sind die Versprechen des Unternehmens sehr lobenswert. Angesichts der aktuellen Rechtslage und der genannten Gründe, kann das Einhalten dieser Versprechen nicht garantiert und sollte kritisch hinterfragt werden. Es wäre wünschenswert, wenn das Unternehmen die Koffer packt und seinen Sitz in ein Land mit datenschutzfreundlicherer Gesetzgebung verlegt. Im Teich der alternativen Suchmaschinenanbieter schwimmen nicht nur Enten. Auch europäische Anbieter, wie Metager, Qwant und Searx, sind nur eine Suche weiter. Probiert es einfach aus.


LG Mr. Datenschutz – die Adresse für Datenschutz und Freiheit

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