Datenschutzfreundliche Alternative zur Google Suche? | DuckDuckGo | MRDS

DuckDuckGo wirbt gerne mit Datenschutz. Doch ist die Ente eine datenschutzfreundliche Alternative zur Google-Suche? Welche Argumente sprechen für und gegen den Einsatz.

Was ist DuckDuckGo?

DuckDuckGo, ist eine Suchmaschine (https://duckduckgo.com/ | http://duck.com/), die von der Duck Duck Go Inc. betrieben wird und auch über das Tor-Netzwerk erreichbar ist. Das Unternehmen bietet zudem den DuckDuckGo Privacy Browser (F-Droid) an. Als selbstbeworbene „Suchmaschine, die Sie nicht verfolgt“ wächst der Traffic der Suchanfragen kontinuierlich. Ist dieser Ruf berechtigt?

Das Datenschutz-Versprechen von DuckDuckGo | (+)

Besucht man die Startseite „duckduckgo.com“ wird direkt mit Datenschutz geworben:

Wir speichern Deine persönlichen Daten nicht. Niemals. Unsere Datenschutzerklärung ist einfach: Wir sammeln oder teilen keine deiner persönlicher Daten.

https://duckduckgo.com/

In der englischen Fassung der Datenschutzerklärung heißt es:

We don’t collect or share personal information.

That’s our privacy policy in a nutshell.

https://duckduckgo.com/privacy

In den Ohren von Datenschützern hört sich dies auf den ersten Blick perfekt an. Eine Suchmaschine, die auf das Sammeln, Teilen und Vermarkten von Nutzerdaten verzichtet.

Probleme bzw. Schwächen von DuckDuckGo

Standort des Unternehmenssitzes

Problematisch aus Datenschutz-Sicht ist der Hauptsitz des Unternehmens. Dieser ist in Pennsylvania (190 Country Lane Phoenixville, PA 19460 United States). Damit gilt für die Suchmaschine DuckDuckGo auch amerikanisches Recht, wie z.B. der Patriot Act. Die Vergangenheit hat uns diesbezüglich gelehrt: Zusammenarbeit mit Behörden oder Shutdown.

Hosting bei Amazon Webservices

Zudem betreibt DuckDuckGo seinen Dienst auf Amazon-Servern (Amazon Web Services – AWS). Amazon als US-Unternehmen unterliegt ebenfalls amerikanischem Recht und arbeitet zudem (nicht nur) als Cloud-Dienstleister der CIA intensiv mit den US-Behörden zusammen.

Gründer Gabriel Weinberg | Soziales Netzwerk Database

Weiterhin hat der Duck-DuckGo-Gründer Gabriel Weinberg im Jahr 2003 das soziale Netzwerk „Names Database“ gegründet und die Plattform samt der gesammelten Nutzerdaten für ca. 10 Millionen US-Dollar an Classmates.com verkauft. In anderen Worten: Geld durch Nutzerdaten.

Zusammenfassung | Fazit

Treffend zusammengefasst zitiere ich die Überschrift eines Zeit.de-Artikels: „Der Irrglaube von der NSA-sicheren Suchmaschine.“ Die Nutzung von DuckDuckGo ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Marktmacht von Google im Suchmaschinen-Bereich aufzubrechen. In dieser Hinsicht sind die steigenden Suchanfragen gutzuheißen. Mit Blick auf den Datenschutz sind die Versprechen des Unternehmens sehr lobenswert. Angesichts der aktuellen Rechtslage und der anderen genannten Gründe, kann das Einhalten dieser Versprechen allerdings nicht garantiert werden. Nach meiner Einschätzung lohnt sich deshalb ein Blick auf europäische Anbieter.

Bildquelle: DuckDuck Logo, Wikipedia, Shareicon.net

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